an Bundesinnenminister Dobrindt Protestmail versenden

Von | 13. Februar 2026

Die Berliner VHS-Dozent:innen-Vertretung, wenden sich allen Dozent:innen mit der dringenden Bitte, alle möglichst schnell eine Protestmail zu versenden. Sie richtet sich an Bundesinnenminister Dobrindt (CSU) sowie an den BAMF-Präsidenten und die Ressortleiterin Integrationskurse des BAMF. Unten ist  ein Mustertext.

Wie viele Kolleg:innen sicherlich aus Presse und Rundfunk erfahren haben, plant das BAMF auf Weisung des Innenministeriums für das gesamte Jahr 2026 einen Zulassungsstopp bei Integrationskursen für alle nicht zur Teilnahme verpflichteten Personen. Das betrifft nach Einschätzung von Experten etwa 40-50 Prozent der Teilnehmenden. Im Anhang findet ihr das entsprechende aktuelle Traegerrundschreiben (TRS 02/2026) des BAMF.
Hier auch ein Link zur Darstellung des aktuellen Stands von der Tagesschau-Webseite.
https://www.tagesschau.de/inland/innenpolitik/integrationskurse-eingeschraenkt-bmi-100.html

Die Berliner VHS-Dozent:innen-Vertretung ist bestürzt und empört über dieses rücksichtslose Spielen mit der  finanziellen Existenzgrundlage der Lehrkräfte  sowie mit den Integrationschancen einer sehr großen Gruppe von zugewanderten Menschen. Inzwischen haben verschiedene politische Personen und Organisationen diesen skandalösen Plan kritisiert. Dabei kommen wir Dozent*innen aber kaum vor. Wir halten es daher für äußerst wichtig, dass wir Lehrkräfte uns selbst zu Wort melden und gegen diese Planung Stellung beziehen. Ein erster Schritt ist gemacht mit einer Presse-Erklärung von ver.di Berlin-Brandenburg von heute, 12.02.26.
https://bb.verdi.de/presse/pressemitteilungen/++co++087f7ab2-080f-11f1-9f92-97ee13950cb6

Alle sollen sich  schnell an dieser Protestmail-Aktion beteiligen. Gern auch weitersagen.
Weitere Aktionen werden  auf der Vollversammlung diskutiert.

Vollversammlung der Berliner VHS-Dozent:innen.
Samstag, 21.02.2026, 14-17 Uhr
 Tagungszentrum Franz-Mehringplatz 1
 10243 Berlin
 Nähe Ostbahnhof
******

………………………………………………………..
Hier der Textvorschlag zum Versenden.
 
Bitte ergänzt die Mail mit eurem Namen, passt sie gerne an. Wenn ihr nicht im DaF/DaZ-Bereich arbeitet und die Deutsch-Kolleg:innen unterstützen möchtet, dann ändert die Mail entsprechend.

Zeitrahmen der Mail-Aktion: ab heute bis Freitag, 20.02.2026

Empfänger: zwei E-Mail-Adressen
Leitung@bamf.bund.de
alexander.dobrindt@bundestag.de

sowie zur Kenntnisnahme im CC an die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Natali Pawlik
intb@bmas.bund.de

…………
Betreff:  Protest gegen Zulassungstopp für Integrationskurse

Sehr geehrter Herr Minister Dobrindt,
sehr geehrter Herr Dr. Sommer,
sehr geehrte Frau Saumweber-Meyer,

ich unterrichte Deutsch in Integrationskursen an der VHS in Berlin. Von meiner Volkshochschule und in einem Rundschreiben des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF) an die Sprachkursträger vom 09.02.2026 habe ich erfahren, dass das BAMF für das gesamte Jahr 2026 keine neuen Zulassungen für Teilnehmende an Integrationskursen nach §44 Abs. 4 AufenthG mehr ausstellt. Dies betrifft laut BAMF sogar EU-Bürger*innen. Bereits seit Monaten hat das BAMF still hinter Kulissen keine Anträge mehr bearbeitet.
Aufgrund dieses Vorgehens wurden an unserer Volkshochschule bereits Integrationskurse gestrichen oder zusammengelegt. Ich übe meinen Beruf mit Leidenschaft aus und bin der festen Überzeugung, dass die Sprache der Schlüssel zur Integration ist. Meine Kolleg*innen und ich haben in den letzten Jahren unzähligen Migrant*innen dazu verholfen, auf dem deutschen Arbeitsmarkt Fuß zu fassen und sich die demokratischen Werte unserer Gesellschaft zu eigen zu machen.
Die neue Situation bringt mich und meine Kolleg*innen sowie die Sprachkursträger in existenzielle Nöte. Denn ich bin wie die meisten Deutsch-Lehrkräfte freiberuflich beschäftigt und erhalte kein Arbeitslosengeld. Auch die Volkshochschulen und private Sprachkursträger befürchten die Zerstörung der bewährten Infrastruktur für die gesellschaftlich anerkannten und wichtigen Deutschkurse.
Ich bin bestürzt über das Vorgehen des BAMF und Ihres Ministeriums. Es macht auf mich den Eindruck, als würden Sie dabei achtlos in Kauf nehmen, dass die dringend benötigten  und akademisch qualifizierten Deutsch-Lehrkräfte ihre Arbeit verlieren. Wertschätzung und langfristiges Denken sehen anders aus!
Ich ersuche Sie, die Blockade der Zulassungen für Teilnehmende schnellstmöglich zurückzunehmen. Sie untergraben mit Ihrem Vorhaben ein zentrales Instrument der Integration. Deutschland und die zugewanderten Menschen brauchen Deutschkurse. Und wir Lehrkräfte brauchen Planungssicherheit für unser Einkommen.
Mit freundlichen Grüßen
(Name)