Erreichtes

Dynamisierung der Honorare

Bis 1992 lagen die Berliner VHS-Honorare auf dem materiellen Niveau des BAT (Bundesangestelltentarif) Vergütungsgruppe III. Dann wurden die Honorare von der allgemeinen Lohnentwicklung im öffentlichen Dienst abgekoppelt („eingefroren“). Nach 17 Jahren Stillstand, in denen die Lebenshaltungskosten um 40 % stiegen, sind die VHS-Honorare erst seit 2009 wieder an die Erhöhungen der Angestellten des Öffentlichen Dienstes im Land Berlin (TV-Länder) gekoppelt. Ein Ergebnis jahrelanger Bemühungen der Berliner VHS-Dozent*innen-Vertretung und der gewerkschaftlichen Arbeit der VHS-Dozent*innen. Aufgabe ist es, die Lücke von 17 Jahren Honorarstillstand zu schließen.

Lückenschließung oder außerordentliche Honoraranpassungen

Am 29. November 2017 wurde eine Honorarerhöhung für uns VHS-Dozent*innen im Hauptausschuss des Abgeordnetenhauses beschlossen. Alle VHS-Dozent*innen der Honorargruppe 1.2 (akademische Qualifikation) erhalten seit August 2019 35 Euro pro Unterrichtseinheit – wie zuvor schon die Dozent*innen in Integrationskursen. Das betrifft alle Deutsch- und Fremdsprachenkurse und auch andere Bereiche – unabhängig davon, ob jemand arbeitnehmerähnlich ist oder nicht. Eine gute Nachricht auch für die anderen Honorargruppen: Alle Eingangshonorare (HonGr 1.1 bis 3.2) werden in Relation zur HonGr 1.2 erhöht! Auch das haben wir erreicht.

Die Anhebung der VHS-Honorare auf 35 Euro/UE in der Honorargruppe „HonGr 1.2“ ist in zwei Schritten geschehen: Der erste Schritt erfolgte zum 1.8.2018 von 27,41 Euro auf 31,69 Euro/UE. Der zweite Schritt kam zum 1.8.2019 auf dann 35 Euro. Dieser erhöhte Tabellenwert (35 Euro) ist die neue Untergrenze der Bandbreite in der „HonGr 1.2“. Das heißt auch, die Zuschläge für Arbeitnehmerähnlichkeit auf diese Honorare sind angehoben worden.

Honorare_2017

VHS Honorarsätze 2014/2015

VHS Honorarordnung 2.11.2013

VHS Honorarsätze 2018/2019. Veraltet

Zahlung im Krankheitsfall

Nach Jahren politischer Aktionen der Berliner VHS-Doz-Vertretung erhalten die arbeitnehmerähnlichen Dozent*innen seit 1.8.2014 eine Ausfallzahlung bei Krankheit. Sie beträgt 80 Prozent des Honorarausfalls und wird ab dem 4. Krankheitstag für die maximale Dauer von sechs Wochen in einem Jahr gezahlt (inklusive Karenztage). Die drei Karenztage gelten bei jeder Krankschreibung neu, sie werden nicht bezahlt. Als Karenztage gelten auch Samstage, Sonn- und Feiertage sowie Ferientage. Gezahlt wird ab dem 4. Tag – aber nur, wenn tatsächlich Unterricht ausfällt, also leider nicht in den Ferien und in den unterrichtsfreien Tagen zwischen den Kursmodulen. Die Ausfallzahlung muss beantragt werden und kommt nicht automatisch mit der Abgabe der Krankmeldung. Nachholtermine sind weiterhin möglich und müssen extra honoriert werden:

“Wenn ein Kursleiter oder eine Kursleiterin krankheitsbedingt nicht unterrichten kann und für die entsprechenden Unterrichtstermine ein Ausfallhonorar erhält, so macht es rechtlich keinen Unterschied, wer die Unterrichtstermine zeitgleich oder später übernimmt. Es handelt sich in jedem Fall um einen weiteren Vertrag mit einem Kursleiter / einer Kursleiterin über ein bestimmtes Unterrichtsvolumen, das nach den Honorarvorschriften zu honorieren ist. Diesen Vertrag kann die VHS, sofern keine zeitgleiche Vertretung erfolgen musste bzw. erfolgt ist, selbstverständlich auch mit der ursprünglichen Kursleitung schließen. Nach den Honorarvorschriften ist die VHS sogar gehalten, den Kursleitenden, soweit betrieblich vertretbar, die Möglichkeit zum Nachholen jedenfalls der Karenztage (für die kein Ausfallhonorar gezahlt wird) einzuräumen. […] Es besteht auch nachträglich noch ein Anspruch darauf, für die zusätzlich unterrichteten Stunden das volle Honorar zu erhalten.” (Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft. 19.2.2016)

Amtsblatt vom 3.1.2014

Merkblatt der Berliner VHSen vom 28.7.2014

Antrag für Ausfallzahlung im Krankheitsfall

 

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