Ziele

vhs_logo_rund2-300x298Hintergrund

Etwa 750 der 4000 Berliner VHS-Dozent*innen arbeiten hauptberuflich für die VHS. Sie unterrichten u.a. Deutsch für Zuwander*innen, leiten Fremdsprachen-, Computer oder Kunstkurse. Tat für Tag engagieren sie sich für die Bildung. Dennoch werden sie mit nur kurzfristigen Verträgen freiberuflich beschäftigt und verdienen trotz Studium miserabel. Bei Vollzeit ca. 1300 Euro nach Abzügen, Rente um die 500 Euro.

Die Berliner VHS-Dozent*innen-Vertretung setzt ihr Engagement für faire Arbeitsbedingungen und soziale Sicherheit fort. Dafür führen wir mit Politiker*innen aller Fraktionen im Abgeordnetenhaus Gespräche über unsere Forderungen.

 

Forderungen

Wir fordern eine Bezahlung wie angestellte Lehrer*innen mit vergleichbarer Qualifikation gemäß Entgeltgruppe 12. Diese entspricht bei freiberuflicher Beschäftigung – auch für nicht arbeitnehmerähnliche Dozent*innen – 60 € pro Unterrichtseinheit.

Unsere Kernforderungen im Detail:
a) Materielle Ausgestaltung:
– Honorare entsprechend den Gehältern angestellter Lehrer*innen an Schulen mit vergleichbarer  Qualifikation (60 € pro Unterrichtseinheit/UE analog der EG 12 TV-L)
– als erster Schritt: 40 € pro UE wie in Alphabetisierungskursen des Bundesamts für Migration (BAMF)

– 100 % Ausfallzahlung bei Krankheit – ab dem 1. Tag (aktuell ab dem 3. KT)

– Aufstockung des Krankengelds nach 6 Wochen auf 100 % des Honorarausfalls

– 30 Tage bezahlter Jahresurlaub (aktuell 20 Arbeitstage)

– Zugang zu zusätzlicher Altersvorsorge in der Versorgungskasse Bund Länder (VBL)

b) Beschäftigungssicherung – Auftragsvolumen:
– Weiterbeschäftigungsanspruch nach Elternzeit, Krankheit oder Pflege von Angehörigen
– Ausgleichszahlungen bei einer Jahresverdienstminderung von mehr als 10 Prozent
– Bei Kurswegfall oder Kursausfall: Angebote zur Weiterbildung oder zu anderen Kursen

c) Personalvertretungsrechte, Aufnahme der Arbeitnehmerähnlichen in die Personalvertretung.

 

 

Rente

Laut Absatz d) des Honorarvertrags unterliegen Kursleitende der Renten-versicherungspflicht. Das bedeutet, dass VHS-Dozent*innen verpflichtet sind, ihr Einkommen dem Deutschen Rentenversicherungsbund zu melden und Beiträge an die DRV abzuführen, sowohl den Arbeitgeber- als auch den Arbeitnehmeranteil. Wird das Einkommen von den VHS-Dozent*innen nicht rechtzeitig der DRV gemeldet, so kann diese später eine Nachzahlung für vier bis fünf Jahre verlangen. Die VHS-Doz-Vertretung will sich daher dafür einsetzen, dass Dozent*innen, die bisher noch keine Rentenversicherungsbeiträge zahlen, in die DRV eintreten können, ohne eine Nachzahlung leisten zu müssen. Eine solche Nachzahlung würde vielen Dozent*innen finanziell endgültig in den Ruin treiben. Daher melden sich selbst Dozent*innen, die gerne in die DRV eintreten würden, nicht bei der Rentenversicherung an.

Darüber hinaus erhalten Dozent*innen, die jahrzehntelang in die Rentenkasse eingezahlt haben, nur eine minimale Rente, die unterhalb der Grundsicherung liegt. So liegt die Rente beispielsweise nach 39 Jahren in Vollzeitarbeit bei 650 €. Altersarmut im öffentlichen Auftrag.

Zwar haben wir erreicht, dass zumindest arbeitnehmerähnliche Dozent*innen von der VHS Zuschläge zu den Rentenversicherungs-beiträgen erhalten. Allerdings sind diese Teil des Honorars, müssen mit versteuert werden und gelten mit als Bemessungsgrundlage der Krankenkassenbeiträge. Daher haben VHS-Dozent*innen extrem hohe Abgaben.

Die VHS-Doz-Vertretung bemüht sich seit Jahren darum, für die vielfältigen Probleme im Zusammenhang mit der Rente eine Lösung zu finden. Fast alle diese Probleme sind mit der Frage des Honorars verbunden.