Tarifvertrag

vhs_logo_rund2-300x298Auch im Jahr 2016 setzt die Berliner VHS-Dozent*innen-Vertretung ihre Kampagne für faire Arbeitsbedingungen und soziale Sicherheit fort. Nur durch einen Tarifvertrag, wie er schon seit Jahren gefordert wird, ehrhielten die Dozent*innen die Chance einer verlässlichen Lebensplanung und Absicherung im Krankheitsfall. Denn bis heute sind die VHS-Dozent*innen in einer prekären Lage:

„VHS-Lehrkräfte arbeiten auch bei langjähriger Beschäftigung immer nur auf der Basis von kurzfristigen Honorarverträgen. Das durchschnittliche Monatseinkommen beträgt – trotz Zuschlägen zur Kranken- und Rentenversicherung – bei Vollzeit nur ca. 1200 Euro nach Abzügen. Davon lässt sich ein Honorarausfall bei Krankheit nicht kompensieren. Ebensowenig kann man davon Rücklagen fürs Alter bilden, um die künftige Rente von etwa 5oo Euro aufzustocken.“

Einen ersten Erfolg konnte die Berliner VHS-Dozent*innen-Vertretung im Jahr 2016 erreichen.

Unsere Forderungen und Interessen wurden im Koalitionsvertrag berücksichtigt:

  • Die Entlohnung für Lehrkräfte an Volkshochschulen und Musikschulen wird erhöht und geprüft, wie eine bessere soziale Absicherung sichergestellt werden kann. Bei dauerhaftem Tätigkeitsbedarf werden Honorarverträge in Arbeitsverträge umgewandelt, mit einem Zwischenziel von mindestens 20 Prozent Festangestellte an den Musikschulen bis 2021.
  • Die Honorarordnung des Landes wird im Hinblick auf Angemessenheit im Zusammenhang mit der Durchsetzung des effektiven Mindestlohns überprüft.
  • Für arbeitnehmerähnliche Beschäftigte will die Koalition eine tarifvertragliche Regelung abschließen

Danach hieß es für die Berliner VHS-Dozent*innen-Vertretung zusammen mit ver.di eine Tarifkommission zu bilden, um einen Tarifvertrag für die VHS-Dozent*innen zu erarbeiten. Am 9. September 2017 war dann soweit: Ein historischer Moment. Wir haben das Land Berlin zu Tarifverhandlungen aufgefordert.

Ein Schritt zurück: VHS-Tarifvertrag wird dem Land Berlin untersagt.

Vor wenigen Wochen beantragte das Land Berlin in der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (Arbeitgeber), Tarifverhandlungen in Berlin für den Bereich der Lehrkräfte an Musikschulen und Volkshochschulen führen zu dürfen. Als Teil der Tarifgemeinschaft muss jedes Bundesland satzungsgemäß eine Vollmacht für eigene Tarifverhandlungen einholen.

Am 21. November 2017 haben wir vom Berliner Staatssekretär für Finanzen offiziell erfahren, dass das Land Berlin für uns keinen Tarifvertrag schließen darf. Die Tarifgemeinschaft deutscher Länder habe die Erlaubnis nicht erteilt. Die Gründe wurden uns nicht näher erläutert.

Unabhängig davon, ob das Land Berlin Tarifverhandlungen führen darf oder nicht, werden wir darauf drängen, mit dem Senat über unsere Forderungen zu verhandeln, um unsere Vorstellungen für Gute Arbeit im Land Berlin an Volkshochschulen durchzusetzen. Auch wenn die Form des Tarifvertrages nicht „erlaubt“ ist, werden wir Formen finden, um unsere Inhalte in die Regularien der Arbeits-/Auftragsbedingungen im Land Berlin einzubringen.

Darum jetzt Mitglied werden – denn ohne Mitglieder keine Gewerkschaft und ohne Gewerkschaft keine Verhandlungen zur Verbesserung der sozialen Lage der VHS-Dozent*innen!

Tarifvertrag.pdf