Erreichtes

1. Arbeitsnehmerähnlichkeit

In Berlin können VHS-Dozent*innen, die von der VHS wirtschaftlich abhängig sind, auf Antrag als arbeitnehmerähnlich anerkannt werden. Unter den Status der Arbeitnehmerähnlichkeit fällt, wer durchschnittlich mindestens 13 UE pro Woche an der VHS unterrichtet oder mehr als die Hälfte seines Einkommens bei der VHS verdient. Wer als arbeitnehmerähnlich anerkannt ist,

  • erhält Zuschläge zur gesetzlichen Renten- und Krankenversicherung
  • bekommt Urlaubsentgelt (Mindesturlaub) nach dem Bundesurlaubsgesetz
  • hat ein Anrecht auf Ausfallzahlung im Krankheitsfall.

Das betrifft etwa 600 (von 3000) Berliner VHS-Kursleiterinnen. Diese 650 Lehrkräfte geben ca. 70 Prozent des Unterrichts an den Berliner VHSen.

Antrag auf Zuschläge zum Honorar

Antrag auf Zuschläge zum Honorar – Ergänzungsbogen

2. Dynamisierung der Honorare

Bis 1992 waren die Berliner VHS-Honorare orientiert an BAT III (Bundesangestelltentarif), Bezahlung von angestellten Lehrer*innen. Nach 17 Jahren Stillstand, in denen die Lebenshaltungskosten um 40 % stiegen, sind die VHS-Honorare seit 2009 an die Erhöhungen der Angestellten des Öffentlichen Dienstes gekoppelt. Ein Ergebnis jahrelanger Bemühungen der Berliner VHS-Dozent*innen-Vertretung.

3. Zahlung im Krankheitsfall

Arbeitnehmerähnlichen Dozent*innen erhalten seit 1.8.2014 eine Ausfallzahlung bei Krankheit. Sie beträgt 80 Prozent des Honorarausfalls und wird ab dem 4. Krankheitstag für die maximale Dauer von sechs Wochen in einem Jahr gezahlt (inklusive Karenztage). Die drei Karenztage gelten bei jeder Krankschreibung neu, sie werden nicht bezahlt. Als Karenztage gelten auch Samstage, Sonn- und Feiertage sowie Ferientage. Gezahlt wird ab dem 4. Tag – aber nur, wenn tatsächlich Unterricht ausfällt, also leider nicht in den Ferien und in den unterrichtsfreien Tagen zwischen den Kursmodulen. Die Ausfallzahlung muss beantragt werden und kommt nicht automatisch mit der Abgabe der Krankmeldung.

Antrag für Ausfallzahlung im Krankheitsfall

4. Erhöhung der Honorare

Am 29. November 2017 ist der Bildungshaushalt und hier die Honorarerhöhung für uns VHS-Dozent*innen im Hauptausschuss beschlossen worden. Alle VHS-Dozent*innen der Honorargruppe 1.2 (akademische Qualifikation) erhalten bis August 2019 35 Euro pro Unterrichtseinheit – wie jetzt schon in Integrationskursen. Das betrifft alle Deutsch- und Fremdsprachenkurse und auch andere Bereiche – unabhängig davon, ob jemand arbeitnehmerähnlich ist oder nicht. Eine gute Nachricht auch für die anderen Honorargruppen: Alle Eingangshonorare (HonGr 1.1 bis 3.2) werden in Relation zur HonGr 1.2 erhöht! Auch das haben wir erreicht.

Die Anhebung der VHS-Honorare auf 35 Euro/UE in der Honorargruppe „HonGr 1.2“ soll in zwei Schritten geschehen: Der erste Schritt erfolgt zum 1.8.2018 von jetzt 27,41 Euro auf dann 31,69 Euro/UE (statt der ursprünglich geplanten 28,38 Euro). Der zweite Schritt kommt zum 1.8.2019 auf dann 35 Euro (statt der geplanten 29,05 Euro). Diese erhöhten Tabellenwerte (31,69 und 35 Euro) sind die neue Untergrenze der Bandbreite in der „HonGr 1.2“. Das heißt auch, die Zuschläge für Arbeitnehmerähnlichkeit auf diese Honorare werden angehoben.