Resolution der Vollversammlung der Berliner VHS-Dozent/innen 2011

Die Versammlung der Berliner Volkshochschul-Dozent/innen vom 05.11.2011 fordert:

  1. Honorarfortzahlung im Krankheitsfall
  2. Deutliche Honorarerhöhungen für Unterrichtstätigkeit (Honorargruppe 1.2) analog zu BerufsschullehrerInnen auf 50 Euro pro Unterrichtseinheit
  3. Mindeststundenzahl / Beschäftigungsgarantie
  4. sofortige Umsetzung der Tariferhöhung analog zum Öffentlichen Dienst
  5. Institutionalisierung der DozentInnenvertretung
  6. Anhebung des Sprachberatungshonorars (Honorargruppe 3.2) auf 33,35 Euro pro 60 Minuten
  7. Erarbeitung einer allseits verbindlichen Vorgehensweise für den Fall von Konflikten zwischen einzelnen DozentInnen und VHS-Führungskräften (PBL, DirektorIn), z.B. Recht auf Anhörung
  8. bezahlte Weiterbildung und Hospitation
  9. eine akzeptable Altersversorgung
  10. Mutterschutz und Wiedereinstiegsgarantie

Wir erteilen der Berliner DozentInnenvertretung, dem Arbeitskreis Berliner VHS-DozentInnen und GewerkschaftsvertreterInnen von Ver.di und GEW das Mandat, sich für die oben genannten Ziele bei den Verantwortlichen in Politik und Verwaltung einzusetzen. Das Mandat umfasst unter anderem Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, die Vorbereitung von Aktionen sowie Tarifgespräche mit der Senatsverwaltung mit dem Ziel, einen Tarifvertrag für Arbeitnehmerähnliche auszuhandeln.

Begründung: Die Honorare für KursleiterInnen an den Berliner Volkshochschulen sind 2009 nach 16 Jahren einmalig um 6% angehoben worden. Das Realeinkommen der DozentenInnen ist jedoch seit 1992 unter Berücksichtigung der gestiegenen Lebenshaltungskosten um etwa 40% gesunken. Die Honorare entsprechen nicht annähernd der verlangten und vorhandenen hohen Qualifikation. Zudem decken sie vielfach kaum die Lebenshaltungskosten. Vorsorgemaßnahmen lassen sich damit nicht finanzieren. Bei Ausfall wegen Krankheit drohen Notsituationen, die nicht mehr aufzufangen sind. Ohne Beschäftigungsgarantie bestehen keine Planungssicherheit und keine langfristige Berufsperspektive.

Berlin, 05.11.2011
Rathaus Schöneberg